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Freitag, 10. Februar 2012
Britische Pfadfinder auf "Explorer Belt Expedition" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Kleiner   
Dienstag, 23. März 2010

Anfang März haben sich Englsiche Pfadfinder der Hampshire Scouts auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit bei uns im Bezirk gemeldet. "We are trying to find a Scout or Guide hut in Mannheim" schrieb Julian Sore, Supervising Leader bei den UK Scouts and Guides.

Die Gruppe aus insgesamt 10 Pfadfindern ist auf ihrer Explorer Belt Expedition und möchte Mannheim als AUsgangsbasis nutzen. Kaum war die Anfrage über die Mailliste der Rover im Bezirk (rover_group) verteilt worden glühten die Drähte und die Rover der einzelnen Stämme überlegten, wo die Gäste am Besten unterzubringen wären.

Die Wahl fiel schließlich auf das Pfarrer-Wetzel-Haus in Neckarau da dort ausrechend Platz vorhanden ist. Am Montag kam die Gruppe nun in Mannheim an und machte sich schon am frühen Diestag Morgen wieder auf den Weg zu ihrer Expedition. Sie werden bis zum 1. April unterwegs sein und am Freitag den 2. April werden sie dann mit einem "Meet and Greet" auch schon wieder verabschiedet. Den Rahmen dazu bildet die traditionelle Eröffnung der Grillsaison der Pfadis aus Neckarau.

Für interessierte Pfadfinder machen unsere britischen Gäste ein besonderes Angebot: Wer möchte kann sie am Samstag oder Sonntag auf ihrem Weg begleiten und so Kontakte knüpfen und Erfahrugen über die Pfadfinder in Deutschland und Großbritannien austauschen. Wer interesse hat meldet sich bei Oliver Schuppe von den Pfadfindern in Neckarau.

An dieser Aktion zeigt sich besonders, wie die Pfadfinderbewegung Begegnungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder fördert und dass sich die Traditionen von Baden-Powell und moderne Kommunikation über das Internet ideal ergänzen können.

Klaus Kleiner


Unterwegs mit den Briten

"And the British Weather is over again – we are back in Germany"

british_scoutsVon diesem oder ähnlichen Kommentaren beim hervor blitzen der Sonne hinter den Regenwolken an das britische Wetter erinnert, begleiteten Hannes und ich Team B der britischen Pfadfinder für einen Tag. Morgens holte uns Julian und Juan vom Jugendheim in Neckarau ab, um uns den Regenwolken hinter Karlsruhe näher zu bringen. An das fahren auf der „falschen“ Seite der Straße hatte sich Juls schnell gewöhnt und so bestand die Hauptaufgabe darin die recht verqueren Koordinaten, die wir von „Team B“ per SMS bekamen, ins richtige Planquadrat der Karte zu biegen – gut zu wissen, dass auch die recht Abzeichenorientierten britischen Pfadfinder damit ihre Schwierigkeiten haben …

Nigel – das Energiebündel der vierköpfigen Gruppe – kam uns am Treffpunkt bereits von weitem entgegen gerannt. Tom, France und Claire folgten kurz darauf – beachtlich wie schnell und problemlos die Gruppe zusammengefunden hat: Die vier kannten sich erst seit knapp 8 Wochen und hatten vor ihrer 2-wöchigen Expedition auch erst ein einziges Mal Gelegenheit sich kennen zu lernen, kommen sie doch aus ganz unterschiedlichen Regionen Englands.

Organisiert wurde der Hike größtenteils über das Internet, die Vertrauensgrundlage, die ermöglichte das sich eigentliche Fremde doch nicht so fremd waren und sich auf eine gemeinsame Aktion einlassen konnten, bildete allein die Pfadfinderei. Welche Türen ein Halstuch und die Kluft öffnen können, davon konnte auch Claire berichten: Im Rahmen ihrer Explorer Belt Expedition musste die Gruppe einige Aufgaben meistern und dabei u.a. auch eine Fabrik besuchen …

"We were walking passed a factory and Tom decided to just knock at the door and ask, whether we could have a look inside. Well, the security guy didn’t really know what to do with us, so he asked the manager, who told us, that he couldn’t really show us around here, but that there was a sister factory at the other end of town, where we could. So we went there and met an employee who was already expecting us: She was a local scout leader, showed us around, took us to a Wöflingsmeeting that evening and offered us hospitality for the night ..."

So einfach bekommt man also ein Stahlwerk von innen zu sehen, nimmt an einer Wöflingsgruppenstunde teil und bekommt auch noch einen Schlafplatz für die Nacht .

Auf dem Weg hinein nach Baden-Baden und weiter Richtung Süd-Westen erfuhren Hannes und ich als vollwertige Gruppenmietglieder noch viele interessante Details und hatten Gelegenheit einige äußerst unterhaltsame Stunden zu verleben und – ganz im Sinne BiPis – Kontakte mit Pfadfindern auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu knüpfen. Am frühen Abend trennten sich unsere Wege schließlich wieder und wir kehrten erschöpft von all den Eindrücken und der zurückgelegten Strecke nach Mannheim zurück.
Tom, Nigel, Claire und France durchlebten noch einige spannende Tage und wussten am Freitag, beim Frühjahrsgrillen der Neckarauer Pfadfinder noch von vielen außergewöhnlichen Ereignissen zu erzählen, die weit über den Erfahrungshorizont eines jeden Touristen hinausgingen. Doch im Gegensatz zu der One-Way-Informationsaufnahme eines Touristen kam es hier auch noch zu deutlich mehr: Eine Wölflingsgruppe erfreut sich nun an einem englischem Lied, so mancher hat einiges über England erfahren und Vorurteile abgebaut und zu guter Letzt haben wir alle noch zwei britische Tänze gelernt und langlebige Kontakte geschlossen!
Thanks for the visit and all the opportunities that came with it!

Gut Pfad
Alex

 


Explorer Belt

Der Explorer Belt bzw. die Explorer-Belt-Expedition (EB, EBE oder EBX) ist eine 1958 entwickelte, international verbreitete Arbeitsform der Ranger- und Roverstufe in der europäischen Pfadfinderbewegung.
Ziel ist es, durch eine selbst organisierte Expedition im Ausland in Kleingruppen eine fremde Kultur aus ihrer eigenen Sicht kennenzulernen und dabei die eigenen Grenzen auszuloten. In ihrer Form erinnert die Explorer-Belt-Expedition stark an die aus der Jugendbewegung kommende Fahrt, allerdings wird ein besonderes Gewicht auf Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung und die Erkundung der kulturellen Zusammenhänge gelegt.
EBE-Gürtel - "Explorerbelt"
Vor der Expedition legen die Teilnehmer in der Regel auf mehreren Vorbereitungswochenenden ihre Route und den Fokus ihre Erkundung fest. An den eigentlichen Expeditionsteil, der im Normalfall mindestens zehn Tage Fußwanderung umfasst, schließt sich eine Auswertung der EBE an, meist in einem gemeinsamen Abschlusszeltlager.
Nach der Teilnahme an einer Explorer-Belt-Expedition wird an die Teilnehmer der „Explorer Belt“, ein Ledergürtel mit einem einheitlichen Koppelschloss, verliehen.
Im deutschsprachigen Raum veranstalten unter anderem die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG, seit 2004), der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP, seit 1982) und die Pfadibewegung Schweiz (PBS, seit 1995) Explorer-Belt-Expeditionen. Weitere Pfadfinderverbände, die sich an dem Programm beteiligen, kommen unter anderem aus Finnland, Großbritannien, Irland, Norwegen, Polen und Schweden.
(Quelle: Wikipedia)


Die britischen Pfadis betreiben einen eigenen Blog auf dem man nachlesen kan, wie es ihnen in Deutschland auf ihrem Haijk ergangen ist.


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 13. April 2010
 
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