Gedanken zum Würzburger Singewettstreit

Im Jahre 1992 entstand zunächst in Augsburg ein Singewettstreit als
"südliche, konservative Alternative" zum Hamburger Singewettstreit.
Ich habe mit mehreren Leuten unseres Stammes mehrmals diesen später
nach Würzburg umgezogenen Singewettstreit besucht. Schon damals ist
mir aufgefallen, dass die Organisatoren die Anwesenheit rechtslastiger
Bünde wie den "Freibund" (www.freibund.de), die "Deutsche
Gildenschaft" oder die dem belgischen "Vlaams Blok" nahestehenden
"Vrjibeuters", sogar als Sänger auf der Bühne, dulden. So entstand
1997 im Stamm der Beschluss, vorerst diesem Singewettstreit fern zu
bleiben. Ebenso entstand ein Artikel über unsere Beobachtungen an die
überbündische Zeitschrift "Scouting", der allerdings von einem
gewissen Stefan Parhofer als "miese Gesinnungsschnüffelei"
zurückgewiesen wurde.
Nun liegen mir zahlreiche Berichte von Besuchern des diesjährigen
Würzburger Singewettstreites vor, wonach der rechtsextreme "Freibund"
wieder unter den Sängern war. Eine der Organisatoren des
Singewettstreites, Jasmin Alefeld, gab an, nichts vom Freibund bzw.
dessen Gesinnung zu wissen. Das erscheint schon deshalb unglaubwürdig,
weil schon mehrfach in den letzten Jahren auf den Freibund und seine
Verbindungen zu den "Republikanern", der DVU, der NPD usw. hingewiesen
wurde und 1998 ein weiterer Mitorganisator, der von mir erwähnte Dr.
Stefan Parhofer, dazu Stellung bezog, indem er angab, er
wisse, dass sie diesen Gruppen ein Podium böten, aber das sei ja nicht
ihr Problem als Pfadfinder, sondern das der Bünde.
Ein weiterer der Hauptausrichter des Würzburger Singewettstreites, der
Bundeskurat der "Katholischen Pfadfinderschaft Europas" (KPE), Pater
Andreas Hönisch, gab von der Bühne herab eine Stellungnahme gegen ein
in der Damentoilette des Würzburger Congress Centrums aushängendes
Papier einer bündischen Homosexuellengruppe, indem er sagte, dass
solches in die Gosse gehöre.
Es stellt sich mir die Frage, ob wir als Teil der Jugendbewegung guten
Gewissens zu diesem Singewettstreit fahren sollen, zumal es das Ziel
dieser dubiosen Gruppierungen ist, sich mit der Jugendbewegung als ihr
zugehörig zu vermischen und sie quasi in Geiselhaft zu nehmen... und
sie möglicherweise zu unterwandern. Solange die Organisatoren auf dem
rechten Auge blind sind und die Anwesenheit dieser Gruppen
entschuldigend rechtfertigen, um im nächsten Atemzug zu behaupten, man
wisse nichts über diese Bünde, werde zumindest ich diesem
Singewettstreit weiterhin fern bleiben. Die Organisatoren des
Hamburger Singewettstreits haben es geschafft, sich von derlei Gruppen
zu distanzieren. Wenn die Organisatoren in Würzburg dies wollten, dann
wäre das für sie auch kein Problem. Aber: wollen sie?

Gut Pfad: Fröschel
Stamm Gralsritter

 

p.s. Gerüchten zufolge soll der rechtsradikale Freibund jetzt angeblich sogar zu den   Mitausrichtern des Würzburger Singewettstreits gehören. Der BdP Berlin hat dazu eine Stellungnahme verfasst. Auch der Bundesvorstand des BdP distanziert sich in einem Antwortschreiben vom Freibund und rät dem BdP jeden Kontakt zu diesen Leuten ab. (21.05.2005)

 

Es tut sich was. Stellungnahme des Orgateams des Singewettstreites 2008:

Entscheidung des WSW-Organisationsteams:

Wir lehnen eine Teilnahme des Freibundes – Bund Heimattreuer Jugend am Würzburger Singewettstreit mehrheitlich ab. Diesen Ausschluß vom Singewettstreit halten wir solange aufrecht, solange der Freibund dies betrifft den Jungenbund Alter unter 30 Jahren und den Altenbund über 30 Jahre incl.aller inaktiven Mitglieder) sich wie folgt nicht distanziert von:

- jeglichen Kontakten in die rechtsextreme Szene. Dies betrifft besonders den Kontakt zur NPD, zum Sturmvogel, zum Sturmadler, zu den Burschenschaften Danubia, Germania, Olympia und allen anderen Organisationen, die mit Mitgliedern der NPD und anderen rechtsextremen Parteien durchsetzt sind.

- Liedgut aus dem Bundesliederbuch des Freibundes entfernt, die dem rechtsextremen Liedgut zu zuordnen sind.

- in allen bündischen Zeitschriften (Scouting, Eisbrecher, Buschtrommel, Idee und Bewegung, Mitteilung RjB,...)sich eindeutig distanziert von politischen Aktionen und Kontakten in das rechtsextreme Lager.
- konsequent Mitglieder aus dem Freibund ausschließt, die an gemeinsamen Treffen mit den o.g. Organisationen teilnehmen.

- der Freibund hat von der NPD eine Gegendarstellung einzufordern, weshalb er auf der Göttinger NPD-Seite verlinkt war und warum die NPD beim Thema Jugendarbeit immer wieder auf den Freibund verweist (siehe Artikel 2006 "Deutsche Stimme" NPD Parteiorgan Thema: Anders Leben). Der Freibund hat in einem offenen Brief die NPD aufzufordern jegliche Hinweise und Verknüpfungen zum Freibund zu unterlassen.

Sollte der Freibund - Bund Heimattreuer Jugend diese Form der Distanzierung nicht in der o.g. Gesamtheit vornehmen, wird der Freibund bis auf weiteres nicht zum Würzburger Singewettstreit zugelassen.
Wir erwarten diese Distanzierung in aller Klarheit und aller Konsequenz ansonsten werden Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen des Freibundes fortbestehen.

Für das WSW-Oragnisationsteam Wolle und Bachus St. Goar, den 27.03.2008

 

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