Impuls zum vierten Advent

Zeit haben – Zeit nehmen

Ein Thema, das uns im Alltag – und gerade im Ehrenamt – oft beschäftigt. In der Zeit vor Weihnachten vielleicht sogar noch mehr. Zu häufig ertappe ich mich bei dem Gedanken „keine Zeit gehabt“. Hinter diesem Gedanken verbergen sich für mich zwei unterschiedliche Aspekte von Zeit. Zum einen geht es um die tatsächlich verfügbare Zeit, die ich für meine Verpflichtungen gegenüber anderen aufbringe. Zum Anderen geht es um meine eigene Zeit und darum, ob ich mir erlaube, etwas für mich zu tun. Es ist nicht leicht, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ebenso schwer, auch einmal „Nein“ zu sagen. Für manche ist genau dieses Nein-sagen selbstverständlich, für andere eine große Herausforderung. Aber Zeit ist eben wertvoll – ganz egal, ob man sie großzügig verschenkt oder achtsam schützt – und wir lernen nie aus, wie wir mit ihr umgehen.

Schon in der kleinen Gruppe mit den Roverinnen merke ich, wie schwer es ist, gemeinsam etwas außerhalb der Truppstunde zu unternehmen. Es gibt Hobbies, die fast die ganze Woche in Anspruch nehmen, Schule, für die gelernt werden muss, und viele andere Gründe. Doch die Gründe spielen am Ende gar nicht die entscheidende Rolle. Jeder hat ein eigenes Maß an Zeit, ein eigenes Empfinden für Stress. Jeder versucht herauszufinden, wie viel gegeben werden kann, ohne an die Grenzen zu geraten. Und manchmal bedeutet Zeit nehmen auch, sich selbst wieder zu ordnen – etwas, das niemand für uns übernehmen kann.

Jetzt ist es an mir, zu akzeptieren, dass alle so viel geben oder nehmen, wie ihnen möglich ist. Wichtig ist nur, dass man sich dabei wohlfühlt. Mit diesem Gedanken möchte ich entspannt auf die Weihnachtstage und die kommenden Monate blicken.

Und vielleicht bleibt uns allen dabei etwas im Hinterkopf: Wie gut es tut, wenn jemand merkt, dass seine Zeit wertgeschätzt wird. Manchmal reicht schon ein leiser Satz, um das sichtbar zu machen –
Danke, dass du dir heute für mich Zeit genommen hast.